Grimms Märchen

Dornröschen

Eine böse Frau spricht einen Fluch über eine Königstochter aus, und ihr Vater will sie schützen.

Rozdział 11 Niemiecki A2 Podstawowy
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Vor langer Zeit lebten ein König und eine Königin. Jeden Tag sagten sie: „Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!“ Aber sie bekamen keins. Einmal badete die Königin, da kroch ein Frosch aus dem Wasser und sagte: „Dein Wunsch wird wahr. Bevor ein Jahr vergeht, bekommst du eine Tochter.“

So geschah es. Die Königin bekam ein Mädchen, und es war so schön, dass der König vor Freude ein großes Fest gab. Er lud auch die weisen Frauen ein, denn sie sollten dem Kind Gutes wünschen. Es gab dreizehn weise Frauen im Reich, aber der König hatte nur zwölf goldene Teller. Darum musste eine von ihnen zu Hause bleiben.

Als das Fest zu Ende war, wünschten die weisen Frauen dem Kind Gutes. Die erste wünschte ihm Güte, die zweite Schönheit, die dritte Reichtum und so weiter. Nach der elften Frau kam plötzlich die dreizehnte herein. Sie war böse, denn sie war nicht eingeladen. Sie grüßte niemanden und rief laut: „Mit fünfzehn Jahren sticht sich die Königstochter an einer Spindel und fällt tot um!“ Dann drehte sie sich um und ging hinaus.

Alle erschraken. Da trat die zwölfte Frau vor. Sie konnte den bösen Wunsch nicht ganz aufheben, sie konnte ihn nur milder machen. Darum sagte sie: „Die Königstochter soll nicht sterben. Sie soll nur hundert Jahre tief schlafen.“

Der König wollte sein Kind schützen und befahl: „Verbrennt alle Spindeln im ganzen Königreich!“ Alle guten Wünsche wurden wahr: Die Königstochter war schön, freundlich und klug, und alle Menschen hatten sie gern.

An ihrem fünfzehnten Geburtstag waren der König und die Königin nicht zu Hause. Die Königstochter ging allein durch das Schloss und kam zu einem alten Turm. Sie stieg die enge Treppe hinauf und öffnete eine kleine Tür. Dort saß eine alte Frau und spann mit einer Spindel. „Guten Tag“, sagte die Königstochter. „Was machst du da?“ „Ich spinne“, sagte die Alte und nickte. „Was ist das für ein Ding, das so lustig herumspringt?“, fragte die Königstochter. Sie nahm die Spindel und wollte auch spinnen. Kaum berührte sie die Spindel, da stach sie sich in den Finger.

Im selben Augenblick fiel sie auf ein Bett und schlief tief ein. Und überall im Schloss schliefen Menschen und Tiere ein. Der König und die Königin kamen gerade nach Hause und schliefen im Saal ein. Alle Leute im Schloss schliefen mit ihnen ein. Es schliefen die Pferde im Stall, die Hunde im Hof, die Tauben auf dem Dach und die Fliegen an der Wand. Sogar das Feuer in der Küche wurde still, und der Braten hörte auf zu brutzeln. Der Koch wollte gerade den Küchenjungen an den Haaren ziehen, aber er ließ ihn los und schlief. Der Wind hörte auf, und an den Bäumen bewegte sich kein Blatt mehr.

Rund um das Schloss wuchs eine Hecke aus Dornen. Jedes Jahr wurde sie höher, bis man vom Schloss nichts mehr sah. Im Land erzählten die Leute von der schönen schlafenden Königstochter und nannten sie Dornröschen. Immer wieder kamen Prinzen und wollten durch die Hecke in das Schloss. Aber die Dornen hielten sie fest wie Hände, und die jungen Männer starben in der Hecke.

Nach vielen, vielen Jahren kam wieder ein Prinz in das Land. Ein alter Mann erzählte ihm von Dornröschen und warnte ihn: „Schon viele Prinzen sind in der Hecke gestorben.“ Aber der Prinz sagte: „Ich habe keine Angst. Ich will das schöne Dornröschen sehen.“

Genau an diesem Tag waren die hundert Jahre vorbei. Als der Prinz zur Hecke kam, waren dort nur große, schöne Blumen. Sie gingen von selbst auseinander und ließen ihn durch. Im Hof schliefen die Pferde und die Hunde, und auf dem Dach saßen die Tauben mit dem Kopf unter dem Flügel. In der Küche streckte der Koch noch die Hand nach dem Jungen aus. Im Saal schliefen alle Leute, und oben am Thron lagen der König und die Königin. Alles war so still, dass der Prinz seinen eigenen Atem hörte. Endlich kam er zum Turm und öffnete die Tür zu dem kleinen Zimmer. Dort schlief Dornröschen. Sie war so schön, dass er nicht wegsehen konnte. Er beugte sich zu ihr und gab ihr einen Kuss.

Da öffnete Dornröschen die Augen und sah ihn freundlich an. Zusammen gingen sie hinunter. Der König, die Königin und alle Leute im Schloss wachten auf und sahen sich mit großen Augen an. Die Pferde standen auf, die Hunde sprangen herum, und die Tauben flogen aufs Feld. Das Feuer in der Küche brannte wieder, und der Braten brutzelte. Der Koch gab dem Jungen eine Ohrfeige, dass er schrie. Dann feierten der Prinz und Dornröschen eine prächtige Hochzeit, und sie lebten glücklich bis an ihr Ende.

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