Grimms Märchen

Schneewittchen

Schneewittchen flieht vor ihrer bösen Stiefmutter und findet ein kleines Haus im Wald.

Rozdział 12 Niemiecki A2 Podstawowy
Rzeczownik Nazwa własna Czasownik Czasownik posiłkowy Przymiotnik Przysłówek Zaimek Określnik Przyimek Liczebnik Spójnik współrzędny Spójnik podrzędny Partykuła Wykrzyknik Inne

Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel. Eine Königin saß an einem Fenster mit einem Rahmen aus schwarzem Ebenholz und nähte. Dabei stach sie sich in den Finger, und drei Tropfen Blut fielen in den Schnee. Da dachte sie: „Ich wünsche mir ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz am Fenster.“ Bald darauf bekam sie eine Tochter, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und mit Haaren so schwarz wie Ebenholz. Darum hieß sie Schneewittchen. Kurz nach der Geburt starb die Königin.

Nach einem Jahr heiratete der König eine andere Frau. Sie war schön, aber stolz, und niemand durfte schöner sein als sie. Sie hatte einen Zauberspiegel und fragte ihn oft:

„Spieglein, Spieglein an der Wand,

wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Dann antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“

Aber Schneewittchen wurde immer schöner. Als sie sieben Jahre alt war, antwortete der Spiegel:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,

aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“

Da wurde die Königin furchtbar neidisch. Sie rief einen Jäger und sagte: „Bring das Kind in den Wald und töte es! Als Beweis bringst du mir seine Leber.“ Der Jäger führte Schneewittchen in den Wald. Als er sein Messer zog, weinte sie: „Ach, lieber Jäger, bitte töte mich nicht! Ich laufe in den wilden Wald und komme nie wieder nach Hause.“ „Dann lauf, du armes Kind“, sagte der Jäger voller Mitleid und dachte: „Die wilden Tiere fressen sie sowieso bald.“ Der Königin brachte er die Leber von einem jungen Wildschwein, und die böse Frau aß sie. Sie glaubte, dass es Schneewittchens Leber war.

Nun war Schneewittchen ganz allein im großen Wald. Sie lief über spitze Steine und durch Dornen, bis sie am Abend ein kleines Haus fand. Dort war alles klein und sehr sauber. Auf dem Tisch standen sieben kleine Teller und sieben Becher, und an der Wand standen sieben kleine Betten. Schneewittchen aß von jedem Teller ein bisschen und trank aus jedem Becher einen Schluck. Dann legte sie sich in das siebte Bett und schlief ein.

Am Abend kamen die Bewohner nach Hause: sieben Zwerge, die in den Bergen nach Gold suchten. Sie machten Licht und sahen sofort, dass jemand im Haus war. „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“, fragte der erste. Der siebte fand Schneewittchen in seinem Bett. „Ach, du lieber Gott!“, riefen die Zwerge. „Wie schön ist das Kind!“ Und sie weckten sie nicht.

Am Morgen erzählte Schneewittchen den Zwergen ihre Geschichte, und sie durfte bei ihnen bleiben und für sie kochen. „Sei vorsichtig, deine Stiefmutter ist gefährlich“, sagten die Zwerge. „Lass niemanden herein!“

Die Königin aber fragte wieder ihren Spiegel, und er antwortete:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,

aber Schneewittchen über den Bergen

bei den sieben Zwergen

ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

Da wusste die Königin: „Der Jäger hat mich betrogen!“ Sie zog sich an wie eine alte Händlerin und ging über die sieben Berge zu den sieben Zwergen. Schneewittchen sah ein buntes Band aus Seide und dachte: „Die ehrliche Frau kann ich hereinlassen.“ Sie öffnete die Tür und kaufte das Band. „Komm, ich binde es dir richtig um“, sagte die Alte. Aber sie zog das Band so fest zu, dass Schneewittchen keine Luft mehr bekam und wie tot umfiel. Am Abend schnitten die Zwerge das Band durch, und Schneewittchen atmete wieder.

Der Spiegel sagte der Königin die Wahrheit, und sie machte mit Hexenkunst einen giftigen Kamm. Wieder ging sie zu den Zwergen, diesmal als eine andere alte Frau. Der Kamm gefiel Schneewittchen so gut, dass sie die Tür öffnete. Die Alte kämmte sie, und kaum steckte der Kamm in ihren Haaren, da fiel sie um. Zum Glück kamen die Zwerge bald nach Hause und zogen den Kamm heraus.

Als der Spiegel wieder von Schneewittchen sprach, zitterte die Königin vor Zorn. In einem geheimen Zimmer machte sie einen giftigen Apfel. Er war weiß mit roten Backen, aber nur die rote Hälfte war giftig. Als Bäuerin verkleidet ging sie zu den Zwergen. „Ich darf niemanden hereinlassen“, sagte Schneewittchen durch das Fenster. Da hielt ihr die Bäuerin den Apfel hin, aber Schneewittchen wollte ihn nicht nehmen. „Hast du Angst vor Gift?“, fragte die Bäuerin und schnitt den Apfel in zwei Hälften. „Sieh her: Die rote Hälfte isst du, die weiße esse ich.“ Schneewittchen sah, dass die Bäuerin von dem Apfel aß, und nahm die rote Hälfte. Sie biss hinein und fiel tot um. „Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz!“, lachte die Königin. „Diesmal können dich die Zwerge nicht wecken.“

Die Zwerge fanden Schneewittchen am Abend. Sie atmete nicht mehr, und nichts half. Drei Tage lang weinten die sieben Zwerge. Aber Schneewittchen sah noch frisch aus und hatte noch ihre roten Wangen. „Wir können sie nicht in die schwarze Erde legen“, sagten die Zwerge. Sie legten sie in einen Sarg aus Glas und stellten ihn auf den Berg.

Lange, lange lag Schneewittchen im Sarg und sah aus wie ein schlafendes Mädchen. Eines Tages kam ein Prinz in den Wald und sah den Sarg. „Gebt mir den Sarg“, sagte er zu den Zwergen. „Ohne Schneewittchen kann ich nicht leben.“ Da hatten die guten Zwerge Mitleid und gaben ihm den Sarg. Seine Diener trugen den Sarg auf den Schultern fort. Da stolperten sie über einen Strauch, und durch den Stoß fiel das giftige Stück Apfel aus Schneewittchens Hals. Sie öffnete die Augen, hob den Deckel vom Sarg und setzte sich auf. „Ach Gott, wo bin ich?“, rief sie. „Du bist bei mir“, sagte der Prinz voller Freude. „Ich habe dich lieber als alles auf der Welt. Komm mit mir und werde meine Frau.“ Schneewittchen ging gern mit ihm, und sie feierten eine prächtige Hochzeit.

Auch die böse Stiefmutter war eingeladen. Sie zog sich schön an und fragte ihren Spiegel, und er antwortete:

„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,

aber die junge Königin ist tausendmal schöner als Ihr.“

Da bekam sie große Angst, aber sie musste die junge Königin sehen. Auf der Hochzeit erkannte sie Schneewittchen und konnte sich vor Schreck nicht bewegen. Dort standen schon eiserne Schuhe im Feuer. Die böse Königin musste die glühenden Schuhe anziehen und tanzen, bis sie tot umfiel.

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