Heidi

Im Haus Sesemann spukt es

Eine geheimnisvolle Gestalt erschreckt die Bewohner des Hauses Sesemann, und zwei Freunde wollen das Rätsel lösen.

Rozdział 12 Niemiecki B1 Średnio zaawansowany
Rzeczownik Nazwa własna Czasownik Czasownik posiłkowy Przymiotnik Przysłówek Zaimek Określnik Przyimek Liczebnik Spójnik współrzędny Spójnik podrzędny Partykuła Wykrzyknik Inne

Seit einiger Zeit geschah im Haus Sesemann etwas Unheimliches. Jeden Morgen stand die Haustür weit offen, aber niemand war zu sehen, und nichts war gestohlen. Auch als man abends einen Holzbalken vor die Tür schob, stand sie am Morgen wieder offen. Bald ging niemand mehr allein in die dunklen Räume des Hauses.

Endlich wollten Sebastian und der Kutscher Johann eine Nacht lang unten im Zimmer neben dem großen Saal wachen. Um ein Uhr nachts öffnete Johann die Zimmertür, und sofort blies ein kalter Wind durch die offene Haustür und löschte sein Licht. Johann sprang zurück, schlug die Tür zu und schloss ab. Er war kreideweiß und zitterte. „Die Haustür steht weit offen“, keuchte er. „Und auf der Treppe war eine weiße Gestalt. Husch, war sie verschwunden!“

Fräulein Rottenmeier schrieb sofort an Herrn Sesemann, aber er wollte nicht wegen eines Gespensts nach Hause kommen. Da erzählte sie den Kindern von dem Gespenst. Klara bekam furchtbare Angst, aber Heidi wusste gar nicht, was ein Gespenst war, und schlief weiter allein in ihrem Zimmer. Nun schrieb Fräulein Rottenmeier an Herrn Sesemann, dass seine Tochter vor Angst krank werden könnte. Das half, und zwei Tage später war er da.

Klara ging es gut, und Herr Sesemann rief Sebastian zu sich. „Sagen Sie ehrlich, Sebastian: Haben Sie vielleicht selbst Gespenst gespielt, um Fräulein Rottenmeier zu ärgern?“

„Nein, wirklich nicht! Mir ist selbst nicht wohl dabei.“

„Dann zeige ich Ihnen und Johann morgen, wie Gespenster bei Licht aussehen. Und jetzt gehen Sie zu meinem alten Freund, dem Doktor Classen. Er soll heute Abend um neun Uhr kommen und die Nacht mit mir wachen.“

Am Abend setzten sich die beiden Freunde mit brennenden Kerzen und zwei Revolvern unten in das Zimmer, in dem Johann und Sebastian gewacht hatten. Es schlug zwölf, dann eins. Plötzlich hob der Doktor den Finger. „Pst! Hörst du nichts?“

Leise, aber deutlich hörten sie, wie der Balken zurückgeschoben und der Schlüssel umgedreht wurde. Die beiden Männer nahmen Kerzen und Revolver und gingen hinaus. Durch die offene Haustür fiel blasses Mondlicht auf eine weiße Gestalt.

„Wer ist da?“, donnerte der Doktor. Die Gestalt drehte sich um und schrie leise auf. Da stand Heidi mit nackten Füßen in ihrem weißen Nachthemd. Sie sah verwirrt in das Licht und auf die Waffen und zitterte wie ein Blatt im Wind.

„Kind, was soll das?“, fragte Herr Sesemann. „Warum bist du hier unten?“

„Ich weiß nicht“, sagte Heidi leise.

„Sesemann, das ist ein Fall für mich“, sagte der Doktor. Er legte seinen Revolver weg, brachte Heidi in ihr Zimmer und deckte sie gut zu. „Wohin wolltest du denn gehen?“, fragte er freundlich.

„Ich wollte nirgends hin. Ich war plötzlich unten.“

„Träumst du nachts manchmal?“

„Ja, jede Nacht dasselbe. Dann bin ich beim Großvater und höre draußen die Tannen rauschen. Ich denke: Jetzt glitzern die Sterne so schön! Und ich laufe schnell und mache die Tür der Hütte auf. Aber wenn ich aufwache, bin ich immer noch in Frankfurt.“

„Tut dir etwas weh?“

„Nein, nur hier drückt es immer wie ein großer Stein, als ob man weinen möchte. Aber weinen darf man nicht, das hat Fräulein Rottenmeier verboten.“

„Und du bist doch gern in Frankfurt?“

„O ja“, sagte Heidi leise, aber es klang eher wie nein.

„Und auf der Alm beim Großvater war es doch sicher ein bisschen langweilig?“

„O nein, da ist es so schön, so schön!“ Weiter konnte Heidi nicht sprechen. Die Tränen stürzten ihr aus den Augen, und sie schluchzte laut.

„Weine nur ein bisschen, das schadet nichts“, sagte der Doktor. „Und dann schlaf. Morgen wird alles gut.“

Unten sagte er zu seinem Freund: „Sesemann, das Kind schlafwandelt. Ohne es zu wissen, hat es jede Nacht die Haustür geöffnet und dein ganzes Haus erschreckt. Außerdem hat es so großes Heimweh, dass es schon ganz mager ist. Dagegen gibt es nur eine Medizin: Es muss sofort nach Hause in die Berge. Morgen reist es ab.“

Herr Sesemann lief aufgeregt im Zimmer hin und her. „Krank und mager in meinem Haus, und niemand hat es gemerkt! Nein, Doktor, so schicke ich das Kind nicht zu seinem Großvater zurück. Mach es zuerst gesund, dann kann es nach Hause.“

„Sesemann, das ist keine Krankheit, die man mit Pillen heilt“, sagte der Doktor ernst. „Wenn das Kind jetzt in die Bergluft zurückkommt, wird es wieder gesund. Wenn nicht, kommt es vielleicht nie mehr gesund zu seinem Großvater zurück.“

Herr Sesemann erschrak. „Wenn das so ist, dann müssen wir sofort handeln.“ Die beiden Freunde redeten, bis draußen der Morgen anbrach.

Tłumaczenie nie zostało jeszcze utworzone.

Wczytywanie zdań...

50+
20+
10+
5+
4
3
2
1

Witamy ponownie!

Zaloguj się, aby kontynuować

Brak konta? Zarejestruj się