Heidi

Beim Großvater

Heidi erkundet die Hütte, sucht sich einen Schlafplatz im Heu und lernt das Leben beim Großvater kennen.

Rozdział 2 Niemiecki B1 Średnio zaawansowany
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Als Dete verschwunden war, setzte sich der Großvater wieder auf die Bank, rauchte seine Pfeife und sagte kein Wort. Heidi sah sich inzwischen fröhlich um. Neben der Hütte fand sie den leeren Ziegenstall, und hinter der Hütte rauschte der Wind in den alten Tannen. Dann stellte sie sich vor den Großvater hin. „Ich will sehen, was du drinnen in der Hütte hast.“

„So komm! Und nimm deine Kleider mit.“

„Die brauche ich nicht mehr. Ich will so laufen wie die Ziegen, die haben ganz leichte Beine.“

Der Großvater sah in ihre schwarzen Augen, die vor Neugier glänzten. „Dumm ist sie nicht“, sagte er leise. Dann sagte er laut: „Das kannst du. Aber hol die Sachen, sie kommen in den Schrank.“

Die Hütte hatte nur einen großen Raum mit einem Tisch, einem Stuhl, dem Bett des Großvaters und einem Herd mit einem großen Kessel. In einem Schrank in der Wand lag alles, was der Großvater besaß: seine Kleider, ein paar Teller und Gläser, Brot, Fleisch und Käse. Heidi schob ihre Kleider weit nach hinten, damit man sie nicht so leicht wiederfand.

„Wo muss ich schlafen, Großvater?“

„Wo du willst.“

Neben dem Bett des Großvaters stand eine kleine Leiter. Heidi kletterte hinauf und kam auf den Heuboden. Dort lag ein Haufen frisches, duftendes Heu, und durch ein rundes Loch in der Wand sah man weit ins Tal hinunter.

„Hier will ich schlafen!“, rief sie. „Ich mache jetzt das Bett. Aber du musst mir ein Laken bringen, denn auf ein Bett gehört ein Laken.“

Der Großvater suchte eine Weile im Schrank und stieg dann mit einem langen, groben Laken hinauf. Heidi hatte schon ein kleines Bett aus Heu gemacht, am Kopfende so hoch, dass sie direkt durch das runde Loch hinaussehen konnte. „Das hast du gut gemacht“, sagte der Großvater. Er machte das Bett mit noch mehr Heu doppelt so dick, und dann breiteten sie zusammen das Laken darüber.

„Wir haben die Decke vergessen, Großvater“, sagte Heidi. „Aber wenn du keine hast, nimmt man eben Heu als Decke.“

Da stieg der Großvater hinunter und brachte einen großen, schweren Sack aus Leinen. „Ist das nicht besser als Heu?“

„Das ist eine wunderbare Decke!“, rief Heidi. „Wenn es doch schon Nacht wäre!“

„Ich meine, wir könnten zuerst etwas essen“, sagte der Großvater. Jetzt merkte Heidi, wie hungrig sie war, denn seit dem frühen Morgen hatte sie nur ein Stück Brot und ein wenig dünnen Kaffee bekommen.

Unten setzte sich der Großvater auf einen kleinen Hocker mit drei Beinen vor das Feuer. An einer langen Eisengabel hielt er ein großes Stück Käse über die Flammen und drehte es, bis es überall goldgelb war. Heidi sah genau zu, dann lief sie zum Schrank. Als der Großvater zum Tisch kam, lagen dort schon das Brot, zwei Teller und zwei Messer.

„Gut, dass du selbst mitdenkst“, sagte er. „Und wo willst du sitzen?“ Auf dem einzigen Stuhl saß der Großvater, und so holte Heidi schnell den Hocker vom Herd. Weil der Hocker so niedrig war, stand der Großvater auf und stellte ihr eine Schüssel voll Milch auf seinen Stuhl. So hatte sie einen kleinen Tisch. Dazu gab er ihr ein großes Stück Brot mit dem goldenen Käse.

Heidi trank und trank, ohne abzusetzen. „So gute Milch habe ich noch nie getrunken“, sagte sie.

„Dann sollst du mehr haben.“ Der Großvater füllte die Schüssel noch einmal. Heidi strich den Käse auf ihr Brot, denn er war weich wie Butter, und alles schmeckte wunderbar.

Nach dem Essen schnitt der Großvater runde Stöcke zurecht, bohrte Löcher in ein Brett und steckte die Stöcke hinein. Auf einmal war es ein Stuhl wie sein eigener, nur viel höher.

„Was ist das, Heidi?“, fragte er.

„Das ist mein Stuhl, weil er so hoch ist“, sagte Heidi und staunte.

Am Abend hörte man einen lauten Pfiff. Von oben kamen die Ziegen gesprungen und mitten unter ihnen Peter. Eine weiße und eine braune Ziege kamen zum Großvater und leckten Salz aus seiner Hand, und Peter zog mit den anderen weiter.

„Gehören sie uns, Großvater? Bleiben sie immer bei uns?“, fragte Heidi.

„Ja, ja!“ Der Großvater melkte die weiße Ziege und gab Heidi Milch und Brot. „Jetzt iss und dann geh schlafen.“

„Gute Nacht, Großvater! Wie heißen sie?“

„Die Weiße heißt Schwänli und die Braune Bärli.“

„Gute Nacht, Schwänli! Gute Nacht, Bärli!“, rief Heidi. Dann kletterte sie in ihr Bett und schlief sofort ein, so fest und gut wie im schönsten Bett der Welt.

In der Nacht kam ein Sturm. Die ganze Hütte zitterte, und in den Tannen brachen Äste ab. Da stand der Großvater auf. „Sie hat sicher Angst“, sagte er leise und stieg die Leiter hinauf. Gerade schien der Mond durch das runde Loch auf Heidis Bett. Sie schlief ruhig unter der schweren Decke, mit roten Wangen, und sah im Schlaf ganz glücklich aus. Der Großvater sah sie lange an, bis der Mond hinter den Wolken verschwand. Dann ging er wieder hinunter in sein Bett.

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