Heidi

Wie es auf der Alm weitergeht

Klara genießt das Leben auf der Alm, während Peter immer unzufriedener wird und die Mädchen einen Ausflug planen.

Rozdział 21 Niemiecki B1 Średnio zaawansowany
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Am Morgen wachte Klara auf und sah erstaunt, wie die Sonnenstrahlen durch das runde Loch auf ihr Bett fielen. „Gut geschlafen?“, fragte der Großvater freundlich. Dann zog er sie an und trug sie hinunter, so geschickt, als ob die Pflege kranker Kinder sein Beruf wäre. Den breiten Rollstuhl hatte er über Nacht in den Schuppen gestellt, denn durch die Tür der Hütte passte er nicht.

Klara saß in der Morgensonne und atmete tief die frische, kühle Bergluft ein. Noch nie hatte sie sich so wohl gefühlt. „Oh, Heidi, wenn ich nur immer hier bei dir bleiben könnte!“

Der Großvater brachte zwei Schüsseln mit schäumender Milch von Schwänli. Klara hatte noch nie Ziegenmilch getrunken, aber als sie sah, wie Heidi trank, trank sie auch, bis die Schüssel leer war. Die Milch schmeckte so süß, als wären Zucker und Zimt darin. „Morgen nehmen wir zwei“, sagte der Großvater zufrieden.

Dann nahm er Peter zur Seite. „Ab heute lässt du Schwänli gehen, wohin sie will, auch wenn du klettern musst. Sie weiß, wo die besten Kräuter wachsen, und sie soll besonders gute Milch geben.“

„Du musst mitkommen!“, rief Peter zu Heidi.

„Nein, solange Klara hier ist, kann ich nicht. Aber der Großvater hat versprochen, dass wir einmal zusammen hinaufgehen.“

Da hob Peter drohend beide Fäuste gegen den Rollstuhl und rannte schnell den Berg hinauf, damit der Großvater ihn nicht sah.

Die Mädchen schrieben der Großmama jeden Tag einen Brief, wie sie es versprochen hatten. Nachmittags saßen sie unter den Tannen und erzählten sich alles, was seit Heidis Abreise geschehen war.

Am Abend konnte Klara die Milch kaum erwarten. „Das ist komisch, Heidi“, sagte sie. „Mein Leben lang habe ich nur gegessen, weil ich musste, und alles schmeckte nach Lebertran. Und jetzt kann ich es kaum erwarten, bis der Großvater mit der Milch kommt.“ Sie trank schneller als Heidi und bat um mehr. Dazu brachte ihnen der Großvater dicke Brote mit frischer gelber Butter. In dieser Nacht schlief Klara so fest und gesund wie noch nie.

Nach drei Tagen brachten zwei Träger zwei neue Betten auf die Alm, ein Geschenk der Großmama. Heidi sollte jetzt immer in einem richtigen Bett schlafen, im Winter unten im Dörfli, und das andere Bett sollte für Klara oben bleiben. Der Großvater stellte die Betten dicht nebeneinander, damit die Kinder beide durch das runde Loch hinaussehen konnten. Klaras Briefe klangen so glücklich, dass die Großmama ihren Besuch gern noch ein wenig verschob.

Jeden Nachmittag stieg der Großvater hoch in die Felsen und brachte duftende Kräuter für Schwänli mit, damit sie noch kräftigere Milch gab. Und seit einigen Tagen fragte er jeden Morgen: „Will das Töchterchen nicht einmal probieren, ein wenig auf dem Boden zu stehen?“ Klara versuchte es, aber sie klammerte sich gleich an ihn. „Oh, es tut so weh!“ Doch er ließ sie jeden Tag ein bisschen länger probieren.

In der dritten Woche erzählte Heidi wieder einmal von den Blumen oben auf der Weide. Da sprang sie selbst vor Sehnsucht auf und lief zum Großvater. „Großvater, kommst du morgen mit uns auf die Weide?“

„Ja“, sagte der Großvater. „Aber dann muss mir das Töchterchen auch einen Gefallen tun und heute Abend noch einmal das Stehen probieren.“

Klara versprach es sofort. Als Peter am Abend kam, rief Heidi ihm froh entgegen: „Peter, morgen kommen wir mit und bleiben den ganzen Tag oben!“ Peter brummte wie ein Bär und schlug nach dem Distelfink. Aber der Distelfink sprang schnell über das Schneehöppli hinweg, und der Stock traf nur die Luft.

In dieser Nacht schliefen die Mädchen sofort ein. Klara träumte von einer Wiese voll blauer Glockenblumen, und Heidi hörte im Traum den Raubvogel rufen: „Kommt! Kommt! Kommt!“

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