Englisch und Deutsch sind eng verwandt, viele Wörter erkennst du sofort. Die Sätze baut Englisch aber oft anders, und genau dort rutschen deutsche Muster am leichtesten durch.

Du musst dafür nicht auf geheimnisvolle Weise „auf Englisch denken“. Es reicht, die wichtigsten Baugewohnheiten des Englischen nach und nach zu erkennen.

1. Die Wortstellung sagt, wer was tut

Im Deutschen zeigen Artikel und Endungen, wer was tut. Deshalb kannst du Satzglieder umstellen, um etwas zu betonen. Im Englischen gibt es diese Endungen kaum, und die Position im Satz übernimmt ihre Aufgabe.

Ein sehr häufiges Grundmuster:

SUBJEKT + VERB + OBJEKT
Sarah
wer hat gehandelt?
called
was hat sie getan?
me
wen hat sie angerufen?

Weitere Beispiele:

I need some help.
Ich brauche Hilfe.
We finished the project.
Wir haben das Projekt abgeschlossen.
They changed the schedule.
Sie haben den Zeitplan geändert.
My brother bought a new car.
Mein Bruder hat ein neues Auto gekauft.

Nicht jeder englische Satz sieht genau so aus. Dieses Muster ist aber eines der wichtigsten.

Das Subjekt bleibt vor dem Verb

Im Deutschen steht das Verb an zweiter Stelle. Beginnst du mit einer Zeitangabe, rückt das Subjekt hinter das Verb: „Morgen fahre ich nach Berlin.“ Wort für Wort übertragen ergäbe das:

Tomorrow go I to Berlin. Incorrect
Tomorrow I'm going to Berlin.
Morgen fahre ich nach Berlin.
Yesterday we had a long meeting.
Gestern hatten wir ein langes Meeting.

Im Englischen bleibt das Subjekt vor dem Verb, auch wenn vorne etwas anderes steht.

Verb und Objekt bleiben zusammen

Im Deutschen kann zwischen Verb und Objekt einiges stehen: „Ich trinke jeden Morgen Kaffee.“ Im Englischen bleiben Verb und Objekt zusammen, Angaben wie „jeden Morgen“ oder „sehr gut“ kommen danach:

I drink every morning coffee. Incorrect
I drink coffee every morning.
Ich trinke jeden Morgen Kaffee.
I speak very well English. Incorrect
I speak English very well.
Ich spreche sehr gut Englisch.

2. Ohne Subjekt geht es fast nie

Wie im Deutschen braucht ein englischer Satz fast immer ein Subjekt. Wo du „es“ sagst, steht oft it:

It's raining.
Es regnet.
It's getting late.
Es wird spät.
It's difficult to explain.
Das ist schwer zu erklären.
It takes about an hour.
Das dauert ungefähr eine Stunde.

Das it meint hier oft nichts Bestimmtes. Es besetzt nur die Subjektstelle, genau wie das deutsche „es“. Hier hilft dir dein Deutsch also. Unterschiede gibt es an zwei anderen Stellen.

„Mir ist kalt“: Die Person wird zum Subjekt

Vorsicht bei bored und boring: I'm bored heißt „Mir ist langweilig“, I'm boring dagegen „Ich bin langweilig“, also ein langweiliger Mensch.

„Es gibt“: there is, there are

Für „es gibt“ nimmt Englisch nicht it, sondern there:

There's a problem with the printer.
Es gibt ein Problem mit dem Drucker.
There are two options.
Es gibt zwei Möglichkeiten.
Is there a problem?
Gibt es ein Problem?

Wörtlich übersetzt, also mit it gives, versteht das niemand im Sinn von „es gibt“.

It's getting late.
Es wird spät.
It takes about an hour.
Das dauert ungefähr eine Stunde.
I'm cold.
Mir ist kalt.
Is there a problem?
Gibt es ein Problem?

3. Hilfsverben bauen den Satz

Im Englischen sind Hilfsverben besonders wichtig. Sie zeigen zum Beispiel:

  • die Frage;
  • die Verneinung;
  • die Zeit;
  • den Verlauf einer Handlung;
  • eine Möglichkeit;
  • wie sicher etwas ist.

Vergleiche:

You work here.
Du arbeitest hier.
Do you work here?
Arbeitest du hier?
You don't work here.
Du arbeitest nicht hier.

Das do heißt hier nicht „machen“. Es baut Frage und Verneinung, wenn kein anderes Hilfsverb im Satz steht.

Does she live nearby?
Wohnt sie in der Nähe?
I don't understand.
Ich verstehe das nicht.
Why did they leave?
Warum sind sie gegangen?
He didn't tell me.
Er hat es mir nicht gesagt.

Steht schon ein Hilfsverb oder Modalverb im Satz, kommt es selbst nach vorn. Hier funktioniert Englisch wie Deutsch („Kannst du mir helfen?“), und ein zusätzliches do ist falsch:

Do you are ready? Incorrect
Are you ready?
Bist du so weit?
Do you can help me? Incorrect
Can you help me?
Kannst du mir helfen?
Do you have finished? Incorrect
Have you finished?
Bist du fertig?

4. Kleine Wörter, große Wirkung

Wörter wie in, on, at, to, for, of oder by sind kurz, aber wichtig. Viele haben ein deutsches Gegenstück, das ähnlich aussieht. Nach einem bestimmten Wort steht aber oft eine ganz andere Präposition als im Deutschen:

EnglischDeutsch
interested insich interessieren für
good atgut in
afraid ofAngst haben vor
wait forwarten auf
depend onabhängen von
proud ofstolz auf
listen tozuhören (ohne Präposition)
responsible forverantwortlich für

Nur bei responsible for hilft dir das Deutsche direkt weiter.

I'm interested in languages.
Ich interessiere mich für Sprachen.
She's very good at explaining things.
Sie kann sehr gut erklären.
Who is responsible for this decision?
Wer ist für diese Entscheidung verantwortlich?
I'm waiting for the bus.
Ich warte auf den Bus.
It depends on what you need.
Es kommt darauf an, was du brauchst.

Lern also nicht interested = „interessiert“ und dazu irgendeine Präposition, sondern gleich das ganze Muster:

be interested in + etwas
be good at + etwas
wait for + jemanden / etwas
I'm interested in languages.
Ich interessiere mich für Sprachen.
It depends on what you need.
Es kommt darauf an, was du brauchst.

5. Englisch baut aus fertigen Mustern

Natürliche Sprache ist nicht nur eine Kombination aus Wörtern und Regeln. Es gibt sehr viele wiederkehrende Muster.

Meinung äußern

I think...
Ich finde … / Ich glaube …
I don't think...
Ich glaube nicht, dass …
In my opinion...
Meiner Meinung nach …
As far as I'm concerned...
Was mich betrifft …

Unsicherheit

I'm not sure.
Ich bin mir nicht sicher.
I'm not sure if...
Ich weiß nicht genau, ob …
It might be...
Es könnte … sein.
There's a chance that...
Es kann sein, dass …

Ein Problem ansprechen

The problem is that...
Das Problem ist, dass …
The main issue is...
Das Hauptproblem ist …
Something went wrong.
Da ist etwas schiefgegangen.
We need to find a solution.
Wir müssen eine Lösung finden.

Höflich bitten

Could you help me?
Könntest du mir helfen?
Could you send me the file?
Könntest du mir die Datei schicken?
Would you mind waiting a moment?
Würde es Ihnen etwas ausmachen, kurz zu warten?
Is there any chance you could...?
Könntest du eventuell …?

Aus diesen Mustern lassen sich Hunderte Sätze bauen. Ein paar davon nimmst du am besten gleich mit:

I'm not sure.
Ich bin mir nicht sicher.
Something went wrong.
Da ist etwas schiefgegangen.
Could you send me the file?
Könntest du mir die Datei schicken?
Would you mind waiting a moment?
Würde es Ihnen etwas ausmachen, kurz zu warten?

„Gefällt mir“ und „fehlt mir“

Deshalb lohnt es sich, nicht nur Wörter zu lernen, sondern ganze Strukturen.

Häufige Fehler

Depends on the situation. Informal
Kommt drauf an.

Als kurze Antwort im Gespräch geht das, so wie „Kommt drauf an.“ im Deutschen. Als vollständiger Satz braucht es das Subjekt:

It depends on the situation.
Das kommt auf die Situation an.

Im Deutschen „sagt“ man jemandem einfach etwas. Im Englischen hat say keinen Platz für ein „wem“. Wer die Person nennen will, nimmt tell:

She said me that the meeting was cancelled. Incorrect
She told me that the meeting was cancelled.
Sie hat mir gesagt, dass das Meeting abgesagt wurde.
She said that the meeting was cancelled.
Sie hat gesagt, dass das Meeting abgesagt wurde.

Die Muster:

tell someone something
say something

Kurzer Selbsttest

Your turn

Bring die Teile in die richtige Reihenfolge.

Your turn

Ergänze das Wort für „es gibt“.

are two problems with this plan.
Your turn

Wähle den natürlichen Satz.

Your turn

Ergänze die passende Präposition.

It depends the price.
Your turn

Wähle den natürlichen Satz.

Your turn

Du willst einer Freundin schreiben: „Du fehlst mir.“ Welcher Satz sagt das?

Das Wichtigste aus dieser Lektion

Es reicht nicht, die wichtigen Wörter zu kennen. Erst die Verbindungen zwischen ihnen machen dein Englisch natürlich.