Im Deutschen kannst du fast jedes Wort richtig vorlesen, wenn du es geschrieben siehst. Im Englischen klappt das oft nicht: Derselbe Buchstabe klingt verschieden, und derselbe Laut wird verschieden geschrieben.

Ein Beispiel ist die Buchstabenfolge ough:

though
through
thought
tough

Diese vier Wörter reimen sich nicht.

Das wirkt erst einmal chaotisch. Es gibt aber häufige Muster und Faustregeln, die dir oft weiterhelfen.

Nicht nur:

enough

Sondern:

enough time
genug Zeit
That's enough.
Das reicht.

Und hör dir dabei die Aussprache an.

1. Das e am Wortende ist oft stumm

Im Deutschen sprichst du ein e am Wortende mit, etwa in „Name“ oder „Tante“. Im Englischen bleibt es meist stumm:

name
time
home
cute
hope

Das stumme e verändert oft den Vokal davor. Vergleiche:

cap → cape
kit → kite
hop → hope
cub → cube

Das ist ein nützliches Muster, aber keine Regel ohne Ausnahmen:

have
give
love
come

Auch hier ist das e stumm, der Vokal davor folgt aber nicht dem einfachen „langen“ Muster.

What's your name?
Wie heißt du?
I hope so.
Das hoffe ich.

2. kn am Wortanfang: Das k ist stumm

Im Deutschen hörst du das k in „Knie“ oder „Knoten“. Im Englischen ist es am Wortanfang stumm, auch beim verwandten knee:

know
knife
knee
knock

Am Wortanfang sprichst du nur das n.

I don't know.
Ich weiß nicht.
Do you know what happened?
Weißt du, was passiert ist?
My knee hurts.
Mir tut das Knie weh.
Someone knocked on the door.
Jemand hat an die Tür geklopft.
I don't know.
Ich weiß nicht.

In natürlicher Rede klingt dieser Satz oft viel kürzer und verschliffener, als das Schriftbild vermuten lässt.

3. wr am Wortanfang: Das w ist stumm

write
wrong
wrist
wrap
Please write it down.
Schreib es bitte auf.
Something went wrong.
Da ist etwas schiefgegangen.
You're holding it the wrong way.
Du hältst es falsch herum.
She hurt her wrist.
Sie hat sich am Handgelenk verletzt.
Please write it down.
Schreib es bitte auf.

4. mb am Wortende: Das b ist oft stumm

Wie in „Lamm“ und „Kamm“ hörst du am Ende nur das m, auch wenn im Englischen noch ein b dasteht:

climb
lamb
thumb
comb
bomb
We climbed to the top.
Wir sind bis ganz nach oben gestiegen.
He broke his thumb.
Er hat sich den Daumen gebrochen.
I need a comb.
Ich brauche einen Kamm.

Das gilt nicht für jedes Wort, in dem m und b nebeneinanderstehen. In number hörst du das b.

5. gh: oft stumm, manchmal ein f

In vielen Wörtern hörst du das gh gar nicht. Viele davon haben deutsche Verwandte mit „ch“: night und „Nacht“, light und „Licht“, eight und „acht“, right und „recht“. Im Englischen ist dieser Laut verschwunden:

night
light
right
eight
thought
Good night.
Gute Nacht.
Turn on the light.
Mach das Licht an.
You were right.
Du hattest recht.
I thought so.
Hab ich mir gedacht.

In anderen Wörtern klingt gh wie ein f, auch bei laugh und „lachen“:

laugh
enough
tough
We laughed a lot.
Wir haben viel gelacht.
That's enough.
Das reicht.
It was a tough decision.
Das war eine schwere Entscheidung.

Und es gibt noch andere Fälle. In ghost klingt gh wie ein einfaches g.

Die Aussprache von gh lernst du deshalb am besten mit dem Wort zusammen.

I thought so.
Hab ich mir gedacht.

6. Ein stummes l

Häufige Beispiele:

walk
talk
calm
half
could
should
would

Im deutschen „halb“ hörst du das l, im englischen half nicht.

Let's go for a walk.
Lass uns spazieren gehen.
Can we talk?
Können wir reden?
Try to stay calm.
Versuch, ruhig zu bleiben.
It took half an hour.
Es hat eine halbe Stunde gedauert.
Could you help me?
Könntest du mir helfen?
You should check it.
Du solltest das prüfen.
I would do the same.
Ich würde das Gleiche tun.

In could, should und would hörst du kein l. Diese Wörter übst du am besten in ganzen Sätzen.

Can we talk?
Können wir reden?

7. Ein stummes t

listen
castle
whistle
Christmas
Listen to me.
Hör mir zu.
We visited an old castle.
Wir haben eine alte Burg besichtigt.
Can you whistle?
Kannst du pfeifen?
Merry Christmas.
Frohe Weihnachten.

In often schwankt die Aussprache: Mit und ohne t sind beide verbreitet und anerkannt. Es gibt also nicht immer nur eine richtige Aussprache.

8. Ein stummes h

In den meisten Alltagswörtern hörst du das h:

house
happy
help
hotel

In einigen häufigen Wörtern ist es aber stumm:

hour
honest
honour
heir
It takes an hour.
Das dauert eine Stunde.
To be honest, I don't know.
Ehrlich gesagt weiß ich es nicht.
It was an honour to meet her.
Es war mir eine Ehre, sie kennenzulernen.

Achte auf den Artikel:

a hour Incorrect
an hour

Den Artikel wählst du nach dem gesprochenen Laut, nicht nach dem ersten Buchstaben.

To be honest, I don't know.
Ehrlich gesagt weiß ich es nicht.

9. ps am Wortanfang: Das p ist stumm

Im Deutschen sprichst du das p in „Psychologie“ mit. Im Englischen ist es stumm:

psychology
psychologist
She studied psychology.
Sie hat Psychologie studiert.

Häufige Buchstabenverbindungen

sh

Klingt wie das deutsche „sch“.

shop
she
short
finish
She works in a shop.
Sie arbeitet in einem Laden.
The meeting was quite short.
Das Meeting war ziemlich kurz.
I need to finish this today.
Ich muss das heute fertig machen.

ch

Klingt meist wie „tsch“ in „Tschüss“:

chair
child
choose
much
Choose one.
Such dir eins aus.
How much is it?
Wie viel kostet das?

Es gibt aber Ausnahmen. In machine klingt ch wie „sch“, chemistry und character beginnen mit einem k-Laut:

machine
chemistry
character

Auch das ist also eher ein häufiges Muster als eine feste Regel.

ph

Klingt wie ein f, genau wie im deutschen „Foto“:

phone
photo
phrase
physical
Can I use your phone?
Kann ich dein Handy benutzen?
Could you take a photo?
Kannst du ein Foto machen?
That's a useful phrase.
Das ist ein nützlicher Ausdruck.

th

th steht für zwei verschiedene Laute, und das Deutsche hat keinen davon. Viele Deutschsprachige ersetzen sie durch „s“, „z“ oder „d“. Dann klingt think wie sink und they wie day. Für beide Laute legst du die Zungenspitze leicht zwischen die Zähne und lässt Luft durch.

Der stimmlose Laut:

think
three
thank
something
I think so.
Ich glaube schon.
Thank you.
Danke.

Der stimmhafte Laut:

this
that
these
those
they
What is this?
Was ist das?
I know that.
Das weiß ich.
Those are mine.
Die gehören mir.

Diese Wortpaare unterscheiden sich nur durch den th-Laut:

think → sink
then → zen
they → day

ng

Wie im deutschen „singen“ oder „lang“ ist ng meist ein einziger Laut, ohne hörbares g danach:

sing
singer
long
thing
working
It's a long story.
Das ist eine lange Geschichte.
I'm working.
Ich arbeite gerade.
The most important thing is...
Das Wichtigste ist …

Aber: Im englischen finger hörst du nach dem ng noch ein g, im deutschen „Finger“ nicht.

sing
finger
It's a long story.
Das ist eine lange Geschichte.

w und v

Das deutsche „w“ klingt wie das englische v: very, video. Das englische w bildest du dagegen mit runden Lippen, ähnlich wie ein kurzes „u“: we, work, where.

wine → vine
west → vest
We were very worried.
Wir waren sehr besorgt.
We went to Vienna.
Wir sind nach Wien gefahren.

s, z und weiche Endungen

Ein s am Wortanfang vor einem Vokal ist im Standarddeutschen stimmhaft, wie in „Sonne“ oder „See“ (in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz oft schon stimmlos). Im Englischen ist es stimmlos, wie das „ß“ in „Straße“:

see
sun
sorry
I'm sorry.
Tut mir leid.

Das englische z ist kein „ts“ wie in „Zeit“, sondern ein stimmhaftes, summendes „s“ wie in „Sonne“ im Standarddeutschen:

zero
zoo
size

Und am Wortende: Im Deutschen werden b, d und g am Ende hart, „Rad“ klingt wie „Rat“. Im Englischen bleiben sie weich, und das unterscheidet Wörter:

bad → bat
bag → back
eyes → ice
It's not a bad idea.
Das ist keine schlechte Idee.
Faustregeln für c und g

Vor e, i und y klingt c meist wie ein stimmloses „s“, also wie „ß“:

city
centre
cycle
cinema

Sonst klingt es meist wie „k“:

cat
cold
cut
class

Beispiele für beide Fälle:

I live in the city centre.
Ich wohne im Stadtzentrum.
It's a cold day.
Es ist ein kalter Tag.
We watched a film at the cinema.
Wir haben uns im Kino einen Film angesehen.

Vor e, i und y klingt g oft wie „dsch“ in „Dschungel“:

general
giant
gym

Hier gibt es aber viele sehr häufige Ausnahmen, deshalb ist diese Regel weniger verlässlich als die für c:

get
give
girl

Beispiele für beide Fälle:

in general
im Allgemeinen
give me a moment
gib mir einen Moment
go to the gym
ins Fitnessstudio gehen

Häufige Vokalmuster

ee

Klingt meist wie der englische Buchstabe E «i», also lang wie in „Lied“, nicht wie im deutschen „See“:

see
need
green
meeting
I see what you mean.
Ich verstehe, was du meinst.
I need more time.
Ich brauche mehr Zeit.
See you at the meeting.
Wir sehen uns im Meeting.

Auch hier gibt es Ausnahmen. Die Aussprache von been hängt von der Sprachvariante und vom Sprecher ab.

I see what you mean.
Ich verstehe, was du meinst.

oa

Klingt meist wie der englische Buchstabe O «ou»:

boat
road
coat
goal
We're on the right road.
Wir sind auf der richtigen Straße.
That's our main goal.
Das ist unser Hauptziel.

Nicht jedes oa folgt diesem Muster. In broad klingt es anders.

ai und ay

Klingen meist wie der englische Buchstabe A «äi», nicht wie das deutsche „ai“ in „Mai“:

rain
train
wait
day
play
stay
It might rain.
Es könnte regnen.
I'm waiting for the train.
Ich warte auf den Zug.
Have a nice day.
Schönen Tag noch!
Stay here.
Bleib hier.

ay steht oft am Wortende, ai eher in der Wortmitte. Auch das ist ein nützliches Schreibmuster, aber keine Regel ohne Ausnahmen.

Have a nice day.
Schönen Tag noch!

Unbetonte Vokale werden schwach

Im natürlichen Englisch wird nicht jede Silbe gleich stark gesprochen. Unbetonte Vokale werden oft zu einem kurzen, neutralen Laut, dem Schwa. Du kennst ihn aus dem Deutschen, etwa vom e in „bitte“ oder „Tasche“. Im Englischen taucht er aber viel öfter auf: in fast jeder unbetonten Silbe und in kleinen Wörtern wie a, to, for oder can.

about
support
problem
banana

Das erste a in about klingt nicht so klar wie ein betontes deutsches „a“.

Das ist ein Grund dafür, dass ein bekanntes Wort beim Hören manchmal kaum wiederzuerkennen ist.

Geschrieben siehst du jeden Buchstaben:

I can do it.
Ich kann das.

Im natürlichen Sprechen klingt das unbetonte can hier aber viel schwächer als in einer Antwort, in der es betont ist:

Yes, I can.
Ja, kann ich.

Achte deshalb beim Englischhören nicht nur auf einzelne Laute, sondern auch auf den Rhythmus ganzer Sätze.

Das -s am Ende klingt nicht immer gleich

Das -s kann den Plural oder die dritte Person im Präsens markieren.

Wie ein stimmloses „s“

cats
books
works

Wie ein stimmhaftes „s“

dogs
cars
lives

Hier hilft es, an die harten Wortenden im Deutschen zu denken: Im Englischen bleibt das Ende von dogs weich.

Als eigene Silbe

buses
watches
changes

Beispiele:

She works from home.
Sie arbeitet im Homeoffice.
He lives near the station.
Er wohnt in der Nähe des Bahnhofs.
The company changes its prices regularly.
Die Firma ändert regelmäßig ihre Preise.

Wie das -s genau klingt, hängt vom letzten Laut des Wortes ab. Das übst du später noch gezielt. Wichtig ist schon jetzt: Das geschriebene s klingt nicht immer gleich.

Auch -ed klingt verschieden

Wie ein „t“

worked
watched
helped

Wie ein „d“

called
changed
lived

Als eigene Silbe

wanted
needed
decided

Beispiele:

I worked late yesterday.
Ich habe gestern lange gearbeitet.
She called me this morning.
Sie hat mich heute Morgen angerufen.
We needed more time.
Wir haben mehr Zeit gebraucht.

Wer vom Schriftbild ausgeht, spricht leicht jedes -ed als eigene Silbe.

Nicht so:

work-ed Incorrect

Sondern in einer einzigen Silbe:

worked

Eine eigene Silbe hörst du vor allem dann, wenn das Verb auf t oder d endet:

wanted
needed

Kurzformen gehören zum normalen Englisch

Kurzformen sind nicht nachlässig oder falsch. Im Alltag sind sie völlig normal.

I am → I'm
you are → you're
she is → she's
do not → don't
cannot → can't
did not → didn't
I have → I've
we will → we'll
I would → I'd
I had → I'd

Beispiele:

I'm not sure.
Ich bin mir nicht sicher.
You're right.
Du hast recht.
She's working today.
Sie arbeitet heute.
I don't know.
Ich weiß nicht.
We've finished.
Wir sind fertig.
I'd like some coffee.
Ich hätte gern einen Kaffee.

Beim Hören ist es besonders wichtig, sie zu erkennen, denn im natürlichen Sprechen hörst du die vollen Formen viel seltener.

Beim Sprechen verbinden sich die Wörter

Geschrieben:

What do you want to do?
Was willst du machen?

Beim Sprechen kommen die Wörter nicht einzeln und gleich stark. Manche Laute verbinden sich oder werden schwächer.

Ähnliche häufige Sätze:

What do you mean?
Was meinst du?
Did you call him?
Hast du ihn angerufen?
Do you want to come with us?
Willst du mitkommen?
I need to talk to you.
Ich muss mit dir reden.
What are you going to do?
Was hast du vor?

Du musst nicht gleich jede Verkürzung nachmachen. Zuerst geht es darum, den ganzen Satz auch dann zu erkennen, wenn nicht jedes Wort so deutlich klingt wie auf einer Lehrbuch-CD.

Wie du ein neues Wort lernst

Speichere nicht nur:

decision = Entscheidung

Sondern so:

make a decision
eine Entscheidung treffen
It was a difficult decision.
Das war eine schwierige Entscheidung.
We need to make a decision soon.
Wir müssen bald eine Entscheidung treffen.

Gerade bei solchen Verbindungen hilft das Deutsche oft nicht: Eine Entscheidung „triffst“ du, auf Englisch heißt das make a decision. Ein Foto „machst“ du, auf Englisch heißt das take a photo.

Could you take a photo of us?
Kannst du ein Foto von uns machen?

Und hör dir an:

  • das Wort allein;
  • den Chunk;
  • einen ganzen Satz;
  • wenn möglich verschiedene Sprecherinnen und Sprecher.

Eine vollständige Lerneinheit für ein Wort:

Schriftbild + Aussprache + Bedeutung + typische Verbindung + Beispielsatz

Kurzer Selbsttest

Your turn

In welchem Wort ist der erste Buchstabe stumm?

Your turn

Welche Endung bildet eine eigene Silbe?

Your turn

Welche Form ist richtig?

Your turn

Eine Kollegin soll ein Foto von euch machen. Was sagst du?

Your turn

In welchem Wort hörst du nach dem ng noch ein g?

Your turn

Schreib auf, was du hörst.

Das Wichtigste aus dieser Lektion

Regeln und Faustregeln helfen dir. Jedes neue Wort lernst du aber am besten zusammen mit seinem Klang und einer natürlichen Verbindung.

Die erste Einheit im Rückblick

Vier wichtige Grundsätze kennst du jetzt.

1. Dein Bauchgefühl ist wertvoll, kann aber versteckte Fehler enthalten

Es geht nicht nur darum, ob du einer Struktur schon begegnet bist. Wichtig ist, ob du sie sicher abrufen und richtig benutzen kannst. Und gerade wo Englisch dem Deutschen ähnlich sieht, rutschen deutsche Muster leicht durch.

2. Englische Sätze halten durch Verbindungen zusammen

Wortstellung, Subjekt, Hilfsverben und kleine Verbindungswörter sind mindestens so wichtig wie die Wörter, die die Hauptbedeutung tragen.

3. Grammatikbegriffe sind eine Landkarte

Subjekt, Prädikat, Objekt und die wichtigsten Wortarten kennst du aus der Schule. Sie helfen dir zu verstehen, was im Satz passiert.

4. Den Klang eines Wortes kannst du nicht immer ablesen

Neue Wörter lernst du mit Aussprache, Chunk und Beispielsatz, nicht nur mit ihrer Bedeutung.

Der Leitsatz der Einheit

Zum Schluss: dein erster Call im neuen Team

Du hast deinen ersten Videocall mit Daniel aus dem Team in Dublin. Antworte jeweils mit einem Satz.

Your turn

Daniel fragt: How long have you worked here? Du bist seit 2021 in der Firma. Was antwortest du?

Your turn

Daniel benutzt das Wort onboarding, das du nicht kennst. Frag nach, was es bedeutet.

Your turn

Daniel schlägt ein neues Tool vor. Sag ihm, dass dir die Idee gefällt, es aber auf das Budget ankommt.

Your turn

Erzähl ihm, dass du dem Kunden gestern eine kurze E-Mail geschickt hast.

Your turn

Zum Abschied schlägt Daniel vor: Let's talk on Thursday at three. Sprich den Satz laut nach. Worauf achtest du?