Grammatikbegriffe allein machen dich nicht zu einem besseren Sprecher. Ein paar Grundbegriffe helfen dir aber, Erklärungen schneller zu verstehen, und die meisten kennst du schon aus dem Deutschunterricht.
Zwei Dinge solltest du auseinanderhalten:
- Satzglied: welche Aufgabe ein Wort oder eine Wortgruppe im Satz übernimmt;
- Wortart: was für ein Wort es ist.
Satzglied und Wortart sind nicht dasselbe
Sieh dir diesen Satz an:
Die Satzglieder
Subjekt (subject):
Wer hat gehandelt? Die junge Designerin.
Prädikat (verb):
Was ist passiert? Sie hat geschickt.
Das englische Prädikat besteht oft aus mehreren Wörtern:
Such das Prädikat deshalb nicht immer als einzelnes Wort.
Dativobjekt, also der Empfänger (indirect object):
Wem hat sie es geschickt? Ihrem Kunden.
Akkusativobjekt (direct object):
Was hat sie geschickt? Eine kurze E-Mail.
Adverbial der Zeit (adverbial):
Wann? Gestern.
Im Deutschen erkennst du Dativ und Akkusativ an der Form: „ihrem Kunden“, „eine kurze E-Mail“. Im Englischen sehen beide gleich aus. Hier zeigt die Reihenfolge, was was ist: erst der Empfänger, dann die Sache. Oder du nennst die Sache zuerst und den Empfänger mit to:
Das Subjekt
Das Subjekt zeigt, um wen oder was es im Satz geht, und oft auch, wer etwas tut.
Das Subjekt ist nicht immer nur ein Wort:
Der ganze fett gedruckte Teil ist das Subjekt.
Die Fragen dazu kennst du:
Wer oder was tut etwas?
Über wen oder was wird etwas gesagt?
Das Prädikat
Das Prädikat sagt, was das Subjekt tut, was mit ihm passiert oder in welchem Zustand es ist.
Die Verbform kann einfach sein:
Oder aus mehreren Wörtern bestehen:
Zum Beispiel:
Die Verbform:
does trägt die Gegenwart und die Verneinung. Deshalb bleibt like in der Grundform.
Das Objekt
Das Objekt zeigt, auf wen oder was sich die Handlung richtet.
Was habe ich aufgemacht?
Wen hat sie angerufen?
Was brauchen wir?
Nicht nach jedem Verb steht ein Objekt:
Andere Verben brauchen meistens ein Objekt:
Bei discuss steht das Objekt direkt dahinter, ohne „über“:
Die Ergänzung nach be
Nach bestimmten Verben steht kein Objekt, sondern eine Ergänzung, die das Subjekt beschreibt. In der deutschen Schulgrammatik heißt sie Prädikativ, im Englischen complement.
tired ist kein Objekt. Es sagt, in welchem Zustand sie ist.
a doctor sagt, was aus ihm geworden ist. Zwei Dinge fallen hier auf: become heißt „werden“, nicht „bekommen“ (das wäre get). Und vor einem Beruf steht im Englischen ein Artikel, wo das Deutsche keinen braucht:
good beschreibt den Plan.
Häufige Muster:
Adverbiale
Adverbiale sagen unter anderem:
- wo;
- wann;
- wie;
- wie oft;
- warum;
- unter welchen Umständen etwas passiert.
Wo?
Wann?
Wie?
Wie oft?
Warum?
Ein englischer Satz kann mehrere Adverbiale haben:
Als Faustregel steht im Englischen der Ort vor der Zeit: at home on Fridays. Im Deutschen ist es oft umgekehrt: „freitags zu Hause“.
Die wichtigsten Wortarten
Nomen – noun
Ein Nomen bezeichnet Menschen, Dinge, Orte, Stoffe, Ereignisse oder Begriffe.
In Sätzen:
Vor dem Nomen steht oft ein Artikel, eine Zahl oder ein anderer Begleiter:
Zwei Unterschiede zum Deutschen:
Kleinschreibung. Englische Nomen schreibt man klein. Groß schreibt man nur Namen, Wochentage, Monate, Sprachen und Nationalitäten, diese aber auch als Adjektiv: on Monday, in July, in English, a German car.
Kein Plural. information, advice und news haben im Englischen keine Pluralform, auch wenn du im Deutschen „Informationen“ oder „Tipps“ sagst:
Pronomen – pronoun
Ein Pronomen steht für ein Nomen oder eine Nomengruppe.
Beispiele:
Subjektform und Objektform unterscheiden sich:
Das Deutsche hat für das Objekt oft zwei Formen: „mich“ und „mir“, „ihn“ und „ihm“. Englisch kommt mit einer aus:
Verb – verb
Ein Verb drückt eine Handlung, ein Geschehen, einen Zustand oder eine Veränderung aus.
Beispiele:
Lern ein Verb nicht allein, sondern mit seiner typischen Umgebung:
Hilfsverb – auxiliary verb
Ein Hilfsverb baut zusammen mit dem Hauptverb eine grammatische Struktur.
Häufige Hilfsverben:
Beispiele:
be und have kennst du als „sein“ und „haben“. Für do als Hilfsverb gibt es im Deutschen kein Gegenstück.
Die Modalverben (modal verbs) drücken Möglichkeit, Pflicht, Fähigkeit oder Sicherheit aus:
Adjektiv – adjective
Ein Adjektiv beschreibt ein Nomen, eine Person oder eine Sache.
Vor einem Nomen:
Nach be und einigen ähnlichen Verben:
Eine gute Nachricht: Das englische Adjektiv hat keine Endungen. Wo du im Deutschen „ein neues Auto“, „das neue Auto“ und „zwei neue Autos“ sagst, bleibt es im Englischen immer new:
Adverb – adverb
Ein Adverb beschreibt oft, wie, wann oder wie stark etwas passiert.
Im Deutschen sieht das Adverb meist genauso aus wie das Adjektiv: „Sie ist gut“, „Sie spricht gut“. Im Englischen bekommt es meist ein -ly, und aus good wird well:
Nicht jedes Adverb endet auf -ly:
hardly ist nicht einfach die Adverbform von hard. Es bedeutet etwas ganz anderes:
Artikel und Begleiter
Sie zeigen, welches Ding gemeint ist oder wie viel davon.
Im Vergleich zum Deutschen ist das angenehm einfach: the steht für „der“, „die“ und „das“ in allen Fällen. Trotzdem verändern diese kurzen Wörter die Bedeutung eines Satzes deutlich.
Präposition – preposition
Eine Präposition drückt eine Beziehung zwischen Dingen aus.
Die Präposition lernst du am besten mit dem Wort zusammen, zu dem sie gehört: interested in, afraid of, good at, ready for, listen to.
Konjunktion – conjunction
Eine Konjunktion verbindet Wörter, Satzteile oder ganze Gedanken.
Ein großer Unterschied zum Deutschen: Nach because, if oder when bleibt die Wortstellung wie im Hauptsatz. Das Verb wandert nicht ans Ende: „weil es geregnet hat“, aber because it was raining.
„wenn“: if oder when?
Das deutsche „wenn“ hat im Englischen zwei Entsprechungen. when nimmst du, wenn sicher ist, dass es passiert. if nimmst du für eine Bedingung, also eher im Sinn von „falls“:
Ein Wort, mehrere Rollen
Im Englischen hängt die Wortart oft davon ab, wie ein Wort im Satz benutzt wird.
work
Nomen:
Verb:
Im Deutschen siehst du den Unterschied sofort: „Arbeit“ schreibt man groß, „arbeiten“ hat eine Verbendung. Im Englischen ist es dasselbe Wort.
light
Nomen:
Adjektiv:
Verb (lit ist die Vergangenheitsform):
fast
Adjektiv:
Adverb:
Übrigens heißt fast nie „fast“. Das wäre almost.
Deshalb reicht es nicht immer, ein Wort allein anzusehen. Seine Stellung und seine Verbindungen im Satz zeigen, welche Rolle es spielt.
Chunks für den Satzbau
Subjekt + Verb
Subjekt + Verb + Objekt
Subjekt + be + Ergänzung
Subjekt + Hilfsverb + Verb
Kurzer Selbsttest
Sieh dir diesen Satz an:
Was ist das Subjekt, was das Prädikat?
Subjekt ist My new colleague, die ganze Gruppe, nicht nur colleague. Prädikat ist sent.
Wem wurde etwas geschickt, und was?
Empfänger (Dativobjekt): me. Akkusativobjekt: an important message. Wie bei her client a short email steht erst der Empfänger, dann die Sache.
Welches Satzglied ist this morning?
Ein Adverbial der Zeit: Es sagt, wann es passiert ist.
Welche Wörter sind Adjektive, welche Nomen?
Adjektive: new und important. Nomen: colleague, message und morning. morning gehört hier zur Zeitangabe this morning.
Wähle den natürlichen Satz.
good ist ein Adjektiv. Wie jemand spricht, beschreibt das Adverb well.
Ergänze das englische Wort für „Infos“.
information hat im Englischen keinen Plural, auch wenn du im Deutschen „Informationen“ sagst.
Das Wichtigste aus dieser Lektion
Beim Sprechen musst du keinen Satz grammatisch zerlegen. Diese Begriffe sind eine Landkarte, mit der du die späteren Erklärungen leichter verstehst.