Englisch und Deutsch setzen ihre Artikel meist an dieselbe Stelle. Die Fehler entstehen dort, wo die beiden Sprachen auseinandergehen: bei Berufen, bei allgemeinen Begriffen wie „das Leben“, bei Mahlzeiten und bei Ländernamen.

Your turn

Welche Sätze sind natürliches Englisch?

She's teacher. / The life is short. / We're going to Switzerland after lunch.

Die Grundidee

A/an beim Beruf

Der unbestimmte Artikel (indefinite article) a/an steht nur vor zählbaren Nomen im Singular. Bei Berufen und Rollen ist er Pflicht, und genau hier lässt ihn das Deutsche weg:

She's a doctor.
Sie ist Ärztin.
He's an architect.
Er ist Architekt.
I'm a software developer.
Ich bin Softwareentwickler.
I work as a nurse.
Ich arbeite als Krankenpflegerin.
She's the project manager.
Sie ist die Projektleiterin.

Im letzten Satz geht es um eine bestimmte Rolle in einem bestimmten Projekt. Dann steht der bestimmte Artikel (definite article) the.

A oder an?

Es zählt der gesprochene Laut, nicht der Buchstabe. Vor einem Vokal steht an, vor einem Konsonanten a. Ein Wort, das mit u oder eu beginnt, aber wie „ju“ klingt, beginnt also mit einem Konsonanten und bekommt a:

an idea
eine Idee
an hour
eine Stunde
an honest answer
eine ehrliche Antwort
a university
eine Universität
a European country
ein europäisches Land
a useful tip
ein nützlicher Tipp

The: Beide wissen, welches

Hier sind sich die Sprachen weitgehend einig. The steht, wenn etwas schon erwähnt wurde, aus der Situation klar ist oder genauer bestimmt wird.

I got an email. The email had a link in it.
Ich habe eine E-Mail bekommen. In der E-Mail war ein Link.
Close the door, please.
Mach bitte die Tür zu.
The file on the desktop is the latest version.
Die Datei auf dem Desktop ist die neueste Version.
That's the main problem.
Das ist das Hauptproblem.
It's the first time I've been here.
Ich bin zum ersten Mal hier.

Ohne Artikel: allgemein gesprochen

Hier unterscheiden sich die Sprachen am stärksten. Das Deutsche setzt bei allgemeinen Begriffen oft den bestimmten Artikel: das Leben, die Natur, die Leute. Das Englische setzt dann gar keinen:

Life is too short.
Das Leben ist zu kurz.
Nature is really important to me.
Die Natur ist mir sehr wichtig.
Time is money.
Zeit ist Geld.
People are very busy these days.
Die Leute haben heutzutage viel zu tun.
Dogs need a lot of exercise.
Hunde brauchen viel Bewegung.

Meinst du etwas Bestimmtes, steht auch im Englischen the:

Coffee is expensive these days.
Kaffee ist heutzutage teuer.
The coffee is cold.
Der Kaffee ist kalt.
The people in our team are great.
Die Leute in unserem Team sind super.

Mahlzeiten, Arbeit, Zuhause

Bei Mahlzeiten und in festen Wendungen rund um den Alltag steht kein Artikel. Im Deutschen heißt es dagegen „nach dem Frühstück“ oder „zur Arbeit“:

See you after lunch.
Wir sehen uns nach dem Mittagessen.
We talked about it at breakfast.
Wir haben beim Frühstück darüber geredet.
I go to work by bike.
Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit.
She's still at work.
Sie ist noch bei der Arbeit.
I'm going home.
Ich gehe nach Hause.
I go to bed early.
Ich gehe früh ins Bett.
The kids go to school by bus.
Die Kinder fahren mit dem Bus zur Schule.

Geht es um das Gebäude selbst und nicht um seinen Zweck, steht the:

I went to the school to talk to the teacher.
Ich bin in die Schule gegangen, um mit der Lehrerin zu sprechen.

Auch „nächste Woche“ und „letzten Sommer“ kommen im Englischen ohne Artikel und ohne Präposition aus:

See you next week.
Bis nächste Woche.
We were in Italy in the last summer. Less natural
We were in Italy last summer.
Wir waren letzten Sommer in Italien.

Länder, Seen und Flüsse

Länder mit einfachem Namen haben im Englischen keinen Artikel, auch wenn sie im Deutschen einen haben:

DeutschEnglisch
die SchweizSwitzerland
die TürkeiTurkey
die SlowakeiSlovakia
der BodenseeLake Constance
der GenferseeLake Geneva
die USAthe US, the USA
die Niederlandethe Netherlands
der Rheinthe Rhine
die Alpenthe Alps

Als Faustregel gilt: Länder mit einfachem Namen und Seen mit Lake stehen ohne Artikel. Länder mit States, Kingdom oder Republic im Namen, Länder im Plural, Flüsse und Gebirge bekommen the.

I live in Switzerland.
Ich wohne in der Schweiz.
We spent a week at Lake Constance.
Wir waren eine Woche am Bodensee.
She grew up in the Netherlands.
Sie ist in den Niederlanden aufgewachsen.

Typische Fehler

She's teacher. Incorrect
She's a teacher.
Sie ist Lehrerin.
The life is too short. Incorrect
Life is too short.
Das Leben ist zu kurz.
Let's talk after the lunch. Incorrect
Let's talk after lunch.
Lass uns nach dem Mittagessen reden.
I live in the Switzerland. Incorrect
I live in Switzerland.
Ich wohne in der Schweiz.
She studied at an university. Incorrect
She studied at a university.
Sie hat an einer Uni studiert.

Drei Fragen vor dem Nomen

  1. Geht es um einen Beruf, eine Rolle oder eines von vielen, das du zum ersten Mal nennst? Dann steht a/an.
  2. Wissen beide, welches gemeint ist? Dann steht the.
  3. Sprichst du allgemein über etwas im Plural oder über etwas nicht Zählbares? Dann steht kein Artikel, auch wenn das Deutsche „das“ oder „die“ sagt.

Mini-Diagnose

Your turn

Ergänze den Artikel:

She is engineer.
Your turn

Ergänze die beiden Artikel:

I bought ___ book online. ___ book was really useful.
Your turn

Welcher Satz ist natürlich?

Your turn

Korrigiere die zwei Fehler:

My sister lives in the Switzerland and works as teacher.
Your turn

Ergänze a oder an:

She studied at university in Vienna.
Your turn

Du schlägst einem Kollegen vor, nach dem Mittagessen weiterzureden. Was sagst du?

Zum Mitnehmen

I'm a software developer.
Ich bin Softwareentwickler.
Life is too short.
Das Leben ist zu kurz.
See you after lunch.
Wir sehen uns nach dem Mittagessen.
She's still at work.
Sie ist noch bei der Arbeit.
I'm going home.
Ich gehe nach Hause.
See you next week.
Bis nächste Woche.
I live in Switzerland.
Ich wohne in der Schweiz.
It's the first time I've been here.
Ich bin zum ersten Mal hier.
That's the main problem.
Das ist das Hauptproblem.

Merksatz

Beim Beruf steht a/an, beim allgemeinen Begriff gar nichts, und das sind genau die Stellen, an denen das Deutsche es anders macht.