Grammatikbegriffe allein machen dich nicht zu einem besseren Sprecher. Ein paar Grundbegriffe helfen dir aber, Erklärungen schneller zu verstehen, und die meisten kennst du schon aus dem Deutschunterricht.

Zwei Dinge solltest du auseinanderhalten:

  • Satzglied: welche Aufgabe ein Wort oder eine Wortgruppe im Satz übernimmt;
  • Wortart: was für ein Wort es ist.

Satzglied und Wortart sind nicht dasselbe

Sieh dir diesen Satz an:

The young designer sent her client a short email yesterday.
Die junge Designerin hat ihrem Kunden gestern eine kurze E-Mail geschickt.

Die Satzglieder

Subjekt (subject):

The young designer

Wer hat gehandelt? Die junge Designerin.

Prädikat (verb):

sent

Was ist passiert? Sie hat geschickt.

Das englische Prädikat besteht oft aus mehreren Wörtern:

is working
has finished
doesn't understand
might arrive
has been waiting

Such das Prädikat deshalb nicht immer als einzelnes Wort.

Dativobjekt, also der Empfänger (indirect object):

her client

Wem hat sie es geschickt? Ihrem Kunden.

Akkusativobjekt (direct object):

a short email

Was hat sie geschickt? Eine kurze E-Mail.

Adverbial der Zeit (adverbial):

yesterday

Wann? Gestern.

Im Deutschen erkennst du Dativ und Akkusativ an der Form: „ihrem Kunden“, „eine kurze E-Mail“. Im Englischen sehen beide gleich aus. Hier zeigt die Reihenfolge, was was ist: erst der Empfänger, dann die Sache. Oder du nennst die Sache zuerst und den Empfänger mit to:

She sent her client a short email.
Sie hat ihrem Kunden eine kurze E-Mail geschickt.
She sent a short email to her client.
Sie hat ihrem Kunden eine kurze E-Mail geschickt.

Das Subjekt

Das Subjekt zeigt, um wen oder was es im Satz geht, und oft auch, wer etwas tut.

Tom works from home.
Tom arbeitet im Homeoffice.
My phone is broken.
Mein Handy ist kaputt.
The meeting starts at nine.
Das Meeting fängt um neun an.
This idea might work.
Diese Idee könnte funktionieren.

Das Subjekt ist nicht immer nur ein Wort:

The new employee from our Vienna office starts tomorrow.
Der neue Mitarbeiter aus unserem Wiener Büro fängt morgen an.

Der ganze fett gedruckte Teil ist das Subjekt.

Die Fragen dazu kennst du:

Wer oder was tut etwas?

Über wen oder was wird etwas gesagt?

Das Prädikat

Das Prädikat sagt, was das Subjekt tut, was mit ihm passiert oder in welchem Zustand es ist.

Anna works.
Anna arbeitet.
Anna is tired.
Anna ist müde.
Anna has arrived.
Anna ist angekommen.
Anna might be late.
Anna kommt vielleicht zu spät.

Die Verbform kann einfach sein:

works

Oder aus mehreren Wörtern bestehen:

is working
has been working
might have forgotten

Zum Beispiel:

She doesn't like coffee.
Sie mag keinen Kaffee.

Die Verbform:

does not like

does trägt die Gegenwart und die Verneinung. Deshalb bleibt like in der Grundform.

Das Objekt

Das Objekt zeigt, auf wen oder was sich die Handlung richtet.

I opened the window.
Ich habe das Fenster aufgemacht.

Was habe ich aufgemacht?

the window
She called me.
Sie hat mich angerufen.

Wen hat sie angerufen?

me
We need more time.
Wir brauchen mehr Zeit.

Was brauchen wir?

more time

Nicht nach jedem Verb steht ein Objekt:

He arrived.
Er ist angekommen.
The baby slept.
Das Baby hat geschlafen.
Something happened.
Es ist etwas passiert.

Andere Verben brauchen meistens ein Objekt:

She bought a laptop.
Sie hat einen Laptop gekauft.
I need your help.
Ich brauche deine Hilfe.
We discussed the problem.
Wir haben über das Problem gesprochen.

Bei discuss steht das Objekt direkt dahinter, ohne „über“:

We discussed about the problem. Incorrect
We discussed the problem.
Wir haben über das Problem gesprochen.

Die Ergänzung nach be

Nach bestimmten Verben steht kein Objekt, sondern eine Ergänzung, die das Subjekt beschreibt. In der deutschen Schulgrammatik heißt sie Prädikativ, im Englischen complement.

She is tired.
Sie ist müde.

tired ist kein Objekt. Es sagt, in welchem Zustand sie ist.

He became a doctor.
Er ist Arzt geworden.

a doctor sagt, was aus ihm geworden ist. Zwei Dinge fallen hier auf: become heißt „werden“, nicht „bekommen“ (das wäre get). Und vor einem Beruf steht im Englischen ein Artikel, wo das Deutsche keinen braucht:

She is engineer. Incorrect
She's an engineer.
Sie ist Ingenieurin.
The plan sounds good.
Der Plan klingt gut.

good beschreibt den Plan.

Häufige Muster:

be tired
müde sein
be ready
bereit sein
be a problem
ein Problem sein
be at home
zu Hause sein
become difficult
schwierig werden
look good
gut aussehen
sound interesting
interessant klingen
feel strange
sich komisch anfühlen

Adverbiale

Adverbiale sagen unter anderem:

  • wo;
  • wann;
  • wie;
  • wie oft;
  • warum;
  • unter welchen Umständen etwas passiert.
I work at home.
Ich arbeite zu Hause.

Wo?

We met yesterday.
Wir haben uns gestern getroffen.

Wann?

She spoke quietly.
Sie hat leise gesprochen.

Wie?

I usually get up at seven.
Ich stehe normalerweise um sieben auf.

Wie oft?

We cancelled the trip because of the weather.
Wir haben die Reise wegen des Wetters abgesagt.

Warum?

Ein englischer Satz kann mehrere Adverbiale haben:

I
wer?
usually
wie oft?
work
was tue ich?
at home
wo?
on Fridays
wann?

Als Faustregel steht im Englischen der Ort vor der Zeit: at home on Fridays. Im Deutschen ist es oft umgekehrt: „freitags zu Hause“.

Die wichtigsten Wortarten

Nomen – noun

Ein Nomen bezeichnet Menschen, Dinge, Orte, Stoffe, Ereignisse oder Begriffe.

person
computer
Munich
water
meeting
information
freedom

In Sätzen:

The meeting starts at ten.
Das Meeting beginnt um zehn.
I need more information.
Ich brauche mehr Informationen.
Water is essential.
Wasser ist lebenswichtig.

Vor dem Nomen steht oft ein Artikel, eine Zahl oder ein anderer Begleiter:

a meeting
the meeting
two meetings
this meeting
my meeting

Zwei Unterschiede zum Deutschen:

Kleinschreibung. Englische Nomen schreibt man klein. Groß schreibt man nur Namen, Wochentage, Monate, Sprachen und Nationalitäten, diese aber auch als Adjektiv: on Monday, in July, in English, a German car.

Kein Plural. information, advice und news haben im Englischen keine Pluralform, auch wenn du im Deutschen „Informationen“ oder „Tipps“ sagst:

Thanks for the informations. Incorrect
Thanks for the information.
Danke für die Infos.
Can you give me some advice?
Kannst du mir ein paar Tipps geben?

Pronomen – pronoun

Ein Pronomen steht für ein Nomen oder eine Nomengruppe.

I
you
he
she
it
we
they
me
him
her
us
them

Beispiele:

Sarah called me.
Sarah hat mich angerufen.
I sent her the document.
Ich habe ihr das Dokument geschickt.
They know us.
Sie kennen uns.

Subjektform und Objektform unterscheiden sich:

I → me
he → him
she → her
we → us
they → them

Das Deutsche hat für das Objekt oft zwei Formen: „mich“ und „mir“, „ihn“ und „ihm“. Englisch kommt mit einer aus:

She called me.
Sie hat mich angerufen.
She sent me a message.
Sie hat mir eine Nachricht geschickt.

Verb – verb

Ein Verb drückt eine Handlung, ein Geschehen, einen Zustand oder eine Veränderung aus.

work
run
happen
know
need
become
seem

Beispiele:

I work in Munich.
Ich arbeite in München.
Something happened.
Es ist etwas passiert.
I know the answer.
Ich weiß die Antwort.
The situation became worse.
Die Lage ist schlimmer geworden.

Lern ein Verb nicht allein, sondern mit seiner typischen Umgebung:

need something
need to do something
agree with someone
belong to someone
wait for something

Hilfsverb – auxiliary verb

Ein Hilfsverb baut zusammen mit dem Hauptverb eine grammatische Struktur.

Häufige Hilfsverben:

be
do
have

Beispiele:

She is working.
Sie arbeitet gerade.
Do you understand?
Verstehst du?
I have finished.
Ich bin fertig.

be und have kennst du als „sein“ und „haben“. Für do als Hilfsverb gibt es im Deutschen kein Gegenstück.

Die Modalverben (modal verbs) drücken Möglichkeit, Pflicht, Fähigkeit oder Sicherheit aus:

can
could
may
might
must
should
will
would
I can help.
Ich kann helfen.
You should check it.
Du solltest das prüfen.
It might rain.
Es könnte regnen.
I'll call you later.
Ich rufe dich später an.
I want to call you.
Ich will dich anrufen.
You mustn't tell anyone.
Du darfst es niemandem sagen.
You don't have to come.
Du musst nicht kommen.

Adjektiv – adjective

Ein Adjektiv beschreibt ein Nomen, eine Person oder eine Sache.

new
difficult
useful
expensive
tired

Vor einem Nomen:

a difficult problem
an expensive car
a useful tool

Nach be und einigen ähnlichen Verben:

The problem is difficult.
Das Problem ist schwierig.
The car looks expensive.
Das Auto sieht teuer aus.
The tool seems useful.
Das Tool scheint nützlich zu sein.

Eine gute Nachricht: Das englische Adjektiv hat keine Endungen. Wo du im Deutschen „ein neues Auto“, „das neue Auto“ und „zwei neue Autos“ sagst, bleibt es im Englischen immer new:

a new car
the new car
two new cars

Adverb – adverb

Ein Adverb beschreibt oft, wie, wann oder wie stark etwas passiert.

slowly
carefully
often
really
probably
She spoke slowly.
Sie hat langsam gesprochen.
I often work late.
Ich arbeite oft lange.
I really like this place.
Mir gefällt es hier richtig gut.
He'll probably call later.
Er ruft wahrscheinlich später an.

Im Deutschen sieht das Adverb meist genauso aus wie das Adjektiv: „Sie ist gut“, „Sie spricht gut“. Im Englischen bekommt es meist ein -ly, und aus good wird well:

She speaks English very good. Incorrect
She speaks English very well.
Sie spricht sehr gut Englisch.
Drive carefully.
Fahr vorsichtig.

Nicht jedes Adverb endet auf -ly:

fast
hard
well
often
She works hard.
Sie arbeitet hart.

hardly ist nicht einfach die Adverbform von hard. Es bedeutet etwas ganz anderes:

She works hard.
Sie arbeitet hart.
She hardly works.
Sie arbeitet kaum.

Artikel und Begleiter

Sie zeigen, welches Ding gemeint ist oder wie viel davon.

a
an
the
this
that
some
any
my
your
each
every
a problem
the problem
this problem
my problem
some problems

Im Vergleich zum Deutschen ist das angenehm einfach: the steht für „der“, „die“ und „das“ in allen Fällen. Trotzdem verändern diese kurzen Wörter die Bedeutung eines Satzes deutlich.

Präposition – preposition

Eine Präposition drückt eine Beziehung zwischen Dingen aus.

in
on
at
to
from
for
with
about
without
at work
bei der Arbeit
on Monday
am Montag
in July
im Juli
talk about something
über etwas reden
work with someone
mit jemandem zusammenarbeiten
without any problems
ganz ohne Probleme

Die Präposition lernst du am besten mit dem Wort zusammen, zu dem sie gehört: interested in, afraid of, good at, ready for, listen to.

Konjunktion – conjunction

Eine Konjunktion verbindet Wörter, Satzteile oder ganze Gedanken.

and
but
or
because
although
if
when
I called him, but he didn't answer.
Ich habe ihn angerufen, aber er ist nicht rangegangen.
We stayed home because it was raining.
Wir sind zu Hause geblieben, weil es geregnet hat.
Call me when you arrive.
Ruf mich an, wenn du ankommst.
I'll help you if I have time.
Ich helfe dir, wenn ich Zeit habe.

Ein großer Unterschied zum Deutschen: Nach because, if oder when bleibt die Wortstellung wie im Hauptsatz. Das Verb wandert nicht ans Ende: „weil es geregnet hat“, aber because it was raining.

„wenn“: if oder when?

Das deutsche „wenn“ hat im Englischen zwei Entsprechungen. when nimmst du, wenn sicher ist, dass es passiert. if nimmst du für eine Bedingung, also eher im Sinn von „falls“:

Call me when you arrive.
Ruf mich an, wenn du ankommst.
Call me if you need anything.
Ruf mich an, falls du etwas brauchst.

Ein Wort, mehrere Rollen

Im Englischen hängt die Wortart oft davon ab, wie ein Wort im Satz benutzt wird.

work

Nomen:

I have a lot of work.
Ich habe viel Arbeit.

Verb:

I work from home.
Ich arbeite im Homeoffice.

Im Deutschen siehst du den Unterschied sofort: „Arbeit“ schreibt man groß, „arbeiten“ hat eine Verbendung. Im Englischen ist es dasselbe Wort.

light

Nomen:

Turn on the light.
Mach das Licht an.

Adjektiv:

This bag is very light.
Diese Tasche ist sehr leicht.

Verb (lit ist die Vergangenheitsform):

She lit the candle.
Sie hat die Kerze angezündet.

fast

Adjektiv:

It's a fast car.
Das ist ein schnelles Auto.

Adverb:

The car is moving fast.
Das Auto fährt schnell.

Übrigens heißt fast nie „fast“. Das wäre almost.

Deshalb reicht es nicht immer, ein Wort allein anzusehen. Seine Stellung und seine Verbindungen im Satz zeigen, welche Rolle es spielt.

Chunks für den Satzbau

Subjekt + Verb

Something happened.
Es ist etwas passiert.
The system works.
Das System funktioniert.
My phone died.
Mein Akku ist leer.

Subjekt + Verb + Objekt

I need help.
Ich brauche Hilfe.
She changed the password.
Sie hat das Passwort geändert.
We solved the problem.
Wir haben das Problem gelöst.

Subjekt + be + Ergänzung

I'm tired.
Ich bin müde.
This is a good idea.
Das ist eine gute Idee.
The meeting is online.
Das Meeting findet online statt.

Subjekt + Hilfsverb + Verb

I can help.
Ich kann helfen.
We should leave.
Wir sollten gehen.
They might be late.
Sie kommen vielleicht zu spät.

Kurzer Selbsttest

Sieh dir diesen Satz an:

My new colleague sent me an important message this morning.
Mein neuer Kollege hat mir heute Morgen eine wichtige Nachricht geschickt.
Your turn

Was ist das Subjekt, was das Prädikat?

Your turn

Wem wurde etwas geschickt, und was?

Your turn

Welches Satzglied ist this morning?

Your turn

Welche Wörter sind Adjektive, welche Nomen?

Your turn

Wähle den natürlichen Satz.

Your turn

Ergänze das englische Wort für „Infos“.

Thanks for the .

Das Wichtigste aus dieser Lektion

Beim Sprechen musst du keinen Satz grammatisch zerlegen. Diese Begriffe sind eine Landkarte, mit der du die späteren Erklärungen leichter verstehst.